Installation & Planung für Sanitär-Fachpartner

Die passende Einbausituation ist die Grundlage für einen zuverlässigen und effizienten Betrieb. Für Sanitärinstallateure sind vor allem Aufstellfläche, Luftvolumen, Luftführung, hydraulische Anschlüsse und Servicezugang entscheidend. Diese Seite fasst die wichtigsten Planungs- und Installationshinweise kompakt zusammen.

Planungsgrundlagen vor der Montage

Vor der Gerätewahl sollte die Einbausituation geprüft werden. So lassen sich Speichergrösse, Aufstellort und Luftführung frühzeitig aufeinander abstimmen.

2–4 m²

erforderliche Raumfläche

20 / 30 m³

Umluftvolumen je nach Speichergrösse

Ø 150 / 200 mm

Systemmass der Luftführung

35 cm

seitlicher Abstand bei Direktventilation

Das sollten Sie vor Ort prüfen

  • Raumfläche: Für die Aufstellung sind ca. 2–4 m² erforderlich.
  • Raumvolumen im Umluftbetrieb: ca. 20 m³ bei 150–300 L bzw. ca. 30 m³ bei 350–450 L.
  • Bei zu kleinem Raumvolumen kann das wirksame Luftvolumen über eine geeignete Zu- und Abluftführung aus angrenzenden Räumen oder über ein Lüftungsgitter erweitert werden.
  • Gerätehöhe, Kippmass und Transportweg anhand des gewählten Modells kontrollieren.
  • Zugänglichkeit für Luftfilter, Service und spätere Wartungsarbeiten einplanen.
  • Kondensatablauf und hydraulische Anschlüsse vor der Montage festlegen.

Wärmequelle und Aufstellort

Der Oekoboiler nutzt Wärme aus der angesaugten Luft. Geeignete Aufstellorte sind beispielsweise Wasch-, Keller-, Heizungs- oder Technikräume. Entscheidend sind ein tragfähiges Luftkonzept, die Temperatur der verfügbaren Luft und ein gut zugänglicher Standort. Die abgekühlte und entfeuchtete Abluft kann je nach Raumsituation gezielt genutzt oder geführt werden.

Waschküche

Trocknen und lüften. Kann zur Abkühlung und Entfeuchtung beitragen. Eine Luftführung zur Lüftung des Wäscheraums ist möglich.

Keller

Kühlen und trocknen. Für Vorrats- oder Weinkeller kann die Nutzung der Raumluft zur Abkühlung und Entfeuchtung beitragen.

Heizungsraum

Warme Raumluft nutzen. Warme Heizungsraumluft kann für die Warmwasserbereitung genutzt und über ein geeignetes Luftkonzept abgeführt werden.

Technikraum

Abwärme nutzen. Abwärme von PV-Wechselrichtern, Batteriewechselrichtern, Servern oder Technikraumluft kann je nach Anlagenkonzept genutzt werden.

Luftführung richtig planen

Die Luftführung beeinflusst Betrieb, Geräusch und Servicezugang und muss den erforderlichen Luftstrom für den gewählten Oekoboiler sicherstellen. Länge, Rohrdurchmesser, Bögen, Gitter und mögliche Rückströmungen sind im Gesamtsystem zu berücksichtigen. Die konkrete Ausführung ist anhand der aktuellen Modellunterlagen zu prüfen.

Oekoboiler mit Zu- und Abluftführung in zwei Installationsvarianten

Wichtige Regeln

  • Kaltluftführung nur horizontal oder abfallend ausführen; Steigungen vermeiden.
  • Weder Zu- noch Abluft im freien Querschnitt verkleinern.
  • Geräteseitige Anschlüsse Ø 153/202 mm dürfen mit den vorgesehenen Oekoboiler-Adaptern auf das Systemmass Ø 150/200 mm geführt werden. Eine weitere Verkleinerung ist nicht freigegeben.
  • Keine Flachkanäle für Zu- oder Abluft verwenden.
  • Bei fester Verrohrung muss der Filter auf der Lufteingangsseite einfach zugänglich und die Luftführung für Servicearbeiten demontierbar bleiben.
  • Die Warmwasserleitung am Austritt zunächst seitlich führen; keine Wasserleitung über dem kalten Abluftausgang.

Direktventilation: Wandabstände beachten

Direktventilationsmodelle geben die Kaltluft direkt in den Aufstellungsraum ab. Seitlich sind 35 cm Wandabstand einzuhalten. Bei Eck- oder wandnaher Montage empfehlen wir eine Positionierung im 45°-Winkel.

Seitlicher Wandabstand von 35 cm bei Direktventilation

Hydraulischer Anschluss

Die hydraulische Einbindung richtet sich nach dem Anlagenkonzept: Ein Einzelgerät, eine Anlage mit Zirkulation oder eine Variante mit Zusatzregister benötigen unterschiedliche Anschluss- und Sicherheitskonzepte. Die Prinzipschemata dienen der Orientierung; die objektspezifische Planung und fachgerechte Installation nach geltenden Normen und Vorschriften bleibt massgebend.

Oekoboiler ohne Zusatzregister

Anschluss-Schema Oekoboiler ohne Zusatzregister

01  Warmwasser Anschluss G 1″ AG
02  Zirkulationsanschluss G ¾» IG
03  Kaltwasseranschluss G 1″ AG
04  Absperrventil mit Probenahmeventil
05  Entleerhahn
06  Rückflussverhinderer
07  Absperrventil mit Sicherheitsventil
08  Rückspülfilter
09  Wasserzähler

Oekoboiler mit Zusatzregister

Anschluss-Schema Oekoboiler mit Zusatzregister

01–09 wie ohne Zusatzregister, zusätzlich:

10  Vorlauf Register G ¾» IG
11  Öffnung für Temperaturfühler
12  Rücklauf Register G ¾» AG
13  Sicherheitsventil
14  Luftabscheider
15  Absperrventil

Vor der Inbetriebnahme

Der Oekoboiler muss vor der Inbetriebnahme befüllt sein. Für das anfallende Kondensat ist ein Wasserablauf mit Siphon vorzusehen; auch der Ablauf der Sicherheitsgruppe kann dorthin geführt werden.

Inbetriebnahme, Wartung und Service

Eine gut zugängliche Installation erleichtert Inbetriebnahme und Unterhalt über die gesamte Nutzungsdauer.

Inbetriebnahme

Für einen möglichst effizienten und bedarfsgerechten Betrieb empfehlen wir die Inbetriebnahme durch geschulte Oekoboiler-Spezialisten. Dabei wird das Gerät auf die jeweilige Installationssituation eingestellt. Der Betreiber erhält die für Bedienung und Pflege relevanten Unterlagen sowie eine verständliche Einweisung.

Bei der Inbetriebnahme prüfen

  • Befüllung und Dichtheit der Installation
  • Kondensatablauf und Luftführung
  • Freie Luftwege und Servicezugänge
  • Geräteeinstellungen passend zur Einbausituation und Nutzung
  • Digitale Funktionen bzw. PV- und Energiemanagement-Einbindung nach den freigegebenen Schnittstellen des Modells

Lüftungsfilter sauber halten

Lüftungsgitter und Lüftungsfilter sollten stets sauber sein. Planen Sie den Oekoboiler deshalb so ein, dass der Filter ohne grossen Aufwand entnommen, gereinigt und wieder eingesetzt werden kann. Auch Kondensatweg, Wasseranschlüsse und Absperrungen sollen für Fachpersonen gut erreichbar bleiben.

Reinigung des Lüftungsfilters in drei Schritten

Magnesiumanode kontrollieren

Die erste Prüfung der Magnesiumanode sollte bei V2A-Modellen nach 2 Jahren und bei V4A-Modellen nach 4 Jahren erfolgen. Das weitere Wartungsintervall wird anschliessend entsprechend festgelegt.

Austausch der Magnesiumanode in sechs Schritten

Einbindung, Hygiene und Unterlagen

PV und Energiemanagement

Selbst erzeugter Solarstrom kann für die Warmwasserbereitung genutzt werden. Je nach Gerätemodell und Anlagenkonzept lässt sich der Oekoboiler in eine PV- oder Energiemanagementlösung einbinden. Für die Planung sind die vorhandenen Schnittstellen und die Abstimmung mit Elektro- und PV-Fachpartnern entscheidend. Die konkrete Kompatibilität ist anhand der aktuellen Produktunterlagen abzuklären.

Trinkwasserhygiene

Eine hygienische Warmwasseranlage beginnt bei der Planung. Speichergrösse, regelmässiger Wasseraustausch, kurze Stagnationszeiten und eine passend ausgelegte Verteilung gehören zusammen. Bei Anlagen mit Zirkulation sind Temperaturhaltung und hydraulische Einbindung besonders sorgfältig zu planen. Verbindlich sind die aktuellen Schweizer Regeln der Technik und die objektspezifische Fachplanung.

Schulungen

Werden Sie Fachpartner oder melden Sie sich für eine Schulung an. In unserem Kompetenzzentrum in Schenkon lernen Fachpartner die Oekoboiler-Technik direkt am Gerät kennen.

Unsicher bei Dimensionierung oder Einbausituation?

Sie planen eine besondere Einbausituation, eine Anlage mit Zirkulation oder eine Einbindung in PV und Energiemanagement? Unsere technischen Berater unterstützen Installateure und Planer bei der Wahl des passenden Modells sowie bei Fragen zu Raumvolumen, Luftführung, Anschlüssen und Aufstellung. Für eine schnelle Beurteilung helfen Angaben zu Raumhöhe, verfügbarem Platz, gewünschtem Speicherinhalt und Fotos der Einbausituation.